"Field of Light" am Fuße von Australiens Symbol

04.04.2016 00:00

ORF.at: Der britische Künstler Bruce Munro hat am Fuße des Uluru (ehemals Ayers Rock) ein Feld aus 50.000 LED-Tulpen angelegt. Die solarbetriebenen Blumen laden sich tagsüber mit Energie auf, nachts leuchten sie und wechseln die Farbe. Die Installation des 56-Jährigen erhielt großes Lob von Kritikern. Der „Guardian“ etwa schrieb von „Kunst, die man fühlt“.

Das Werk erinnere an den nächtlichen Blick aus einem Flugzeug, wenn in der Tiefe die Lichter von Siedlungen vorbeizögen, so das britische Blatt. Oder an eine Halogenversion der typischen Malereien der Aborigines, in der sich Punkte und geschwungene Linien verbinden.

 

Ausgangs- und Endpunkt einer Idee

„Tausende von Arbeitsstunden“ seien in die Fertigung der Leuchtkörper und die Produktion der Halme geflossen, sagte Munro dem „Guardian“. Für das Aufstellen der Halme hätten er und 40 Helfer sechs Wochen gebraucht, so der 56-Jährige. Die Installation ist bis 31. März 2017 zu besichtigen. Für das 45-minütige „Eintauchen“ in das bunte Feld müssen Besucher umgerechnet etwa 24 Euro bezahlen.

 

Die Idee zu seiner Werkserie „Fields of Light“, die mit dem Lichtermeer nun ihr Ende findet, kam Munro 1992 bei einem Ausflug zum Uluru. Der Anblick des Berges habe sein Leben verändert, sagt Munro der „Australian Financial Review“ („AFR“): „Ich habe mir ein paar Skizzen in meinen Block gemacht - seither lässt mich der Anblick des Berges nicht mehr los.“

Die erste Lichtinstallation setzte Munro, der ursprünglich aus der Malerei kommt, 2004 kurz nach dem Tod seines Vaters in einem Feld in Wiltshire um. Es folgten Gastspiele in den USA, wo er seine leuchtenden Beete in Parkanlagen in Philadelphia, Nashville und Columbus zeigte.

Rücksicht auf Mond und Sterne

Im Jahr 2011 sei Ray Stone, Chef des örtlichen Tourismusverbands Voyages, auf seine Installationen aufmerksam geworden, erzählte Munro dem „AFR“. Stone habe ihn angerufen und gesagt, das Projekt müsse „unbedingt“ am Uluru umgesetzt werden.


Das Lichtermeer in der australischen Wüste

Bilder: www.dam.voyages.com.au

Dem Aufstellen der LED-Tulpen in der Wüste waren schließlich nicht nur Tausende Arbeitsstunden, sondern auch Verhandlungen mit der lokalen indigenen Bevölkerung, den Anangu, vorangegangen. Die Installation wurde auf einer Fläche außerhalb der örtlichen Nationalparks errichtet.

Die Anagu gaben dem Projekt nicht nur ihre Zustimmung, sondern auch einen eigenen Namen: „Tili Wiru Tjuta Nyakutjaku“, was übersetzt etwa „Schauen auf eine Menge schöner Lichter“ bedeutet. Ebenfalls wichtig war es Munro, der Natur respektvoll zu begegnen. Die Lichter seien getönt, damit sie Mond und Sterne nicht überstrahlten. Überhaupt sei das Licht in Australien „unglaublich“, so Munro. Es mache die Farben zu manchen Tageszeiten so reichhaltig, wie er sie noch nirgendwo anders auf der Welt gesehen habe.

Siehe auch: orf.at/stories/2332440/2332458

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