Frau hinter US-Abtreibungsrecht: „Jane Roe“ tot

19.02.2017 00:00

ORF.at, 19.02.2017

In Österreich ist die "Fristenlösung" unter dem damaligen Justizminister Christian Broda am 1. Jänner 1975 in Kraft getreten. Kirche und konservativ-christiliche Kreise hatten zuvor die "Aktion Leben" gegründet, um diese zu verhindern. Knapp 900.000 hatten das Volksbegehren unterschrieben.

Linke Kreise hatten mit Aktionismus dagegen gehetzt: Die Ankündigungsplakate für das Volksbegehren wurden überklebt mit: "Ärzte, Richter, Pfaffen entscheiden. Wir Frauen sollen dazu schweigen". Der Text der "Aktion Leben" - "Lasst leben - schützen und helfen" mit "Durch Richter und Gefängnis" - ergänzt.

Die berühmt berüchtigste Aktion hatte im Dezember 1972 auf der Wiener Mariahilfer Straße stattgefunden: Im Zuge einer Frauendemo gegen den Paragrafen 144 ließ sich Erika Mis als "Sträfling" mit der Nummer § 144 verkleidet, in einem Schandkarren - einer Art Gefängniskäfig - an einem Samstag durch die weihnachtliche Konsumhetze der Mariahilfer Straße ziehen. Als sinnbildliches Dreiergespann fungierten ein "Priester", ein "Richter" und ein "Arzt". Die Aktion endete, indem Mis den Käfig mit einer Axt zerschlug (derstandard.at).

Heute ist das kaum noch ein Thema. Auch die Kirchen schweigen.

Ich bin gegen eine liberale Fristenlösung, wir sie in der westlichen Welt Recht ist. Ein absolutes Verbot kann aber auch nicht die Lösung sein. Abzuwägen gilt das Selbstbestimmungsrecht für Frauen (Stichwort "Bevormundung") gegen das Lebensrecht eines ungeborenen Menschen. Letzterer hat keine Stimme in der Gesellschaft. Er kann nicht demonstrieren und sich publikumswirksam auf der Mariahilfer Straße ein Messer in den Leib rammen und öffentlich sterben. Frauen können aber in Situationen geraten, in der ein Schwangerschaftsabbruch so früh wie möglich gerechtfertigt erscheint oder medizinische Gründe dafür eintreten. Die Option der Freigabe zu einer Adoption sollte aber auch da erwogen werden. Viele ungewollt kinderlose Paare wären glücklich darüber.

Links:

gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft/info/schwangerschaftsabbruch

abtreibung.at/fur-fachkrafte/hintergrundinformationen/abbruch-in-osterreich

 www.schwangerenberatung.at

meinbaby.info/Abtreibung-Nein-danke

 

 

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