Köln: Polizisten berichten: "Die meisten waren Asylwerber"

07.01.2016 00:00

Festnahme am Kölner HBF zu Silvester

     Festnahme am Kölner HBF zu Silvester / Bild: APA/dpa/Markus Boehm
 

Laut "Welt am Sonntag" seien, anders als von Kölns Polizeispitze dargestellt, die meisten Sextäter in Köln gerade erst als Flüchtlinge eingereist.

 

07.01.2016 | 17:33 | 

 

Eine angesichts der Ereignisse der vergangenen Monate wahrhafte "Bombe" liefert die deutsche Zeitung "Die Welt" bzw. "Welt am Sonntag". Unter Berufung auf einzelne Polizeibeamte schreibt sie, dass Aussagen der Kölner Polizeiführung, man wisse über die Urheber der Sex-Übergriffe in der Silvesternacht im Umfeld von Bahnhof und Dom zu wenig, unwahr sind.

 

Der Polizeipräsident Kölns, Wolfgang Albers, hatte noch am Dienstag gesagt, dass man nichts Genaues zu den Tätern wisse, vor allem, ob darunter Flüchtlinge seien oder nicht. Doch die Polizisten, die anonym bleiben wollen, gaben demnach an, sie wüssten aufgrund vieler Verhaftungen und Personenkontrollen in der fraglichen Nacht sehr wohl, um welche Personengruppen es sich gedreht habe, und das sei auch intern kommuniziert worden. Rund 100 Tatverdächtige seien kontrolliert worden, die meisten davon stellten sich aufgrund ihrer Papiere als Syrer heraus, die erst heuer, ja in den vergangenen Monaten, als Flüchtlinge eingereist seien.

Beweis durch Asyl-Dokumente

"Offizielle" Version bisher ist, dass es sich bei den Tätern primär um Nordafrikaner gehandelt habe, die in Köln und anderen deutschen Städten mitunter als problematische Gruppen bekannt sind. Ein Beamter hingegen brachte es auf den heiklen Punkt: "Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber." Sie hätten entsprechende Dokumente vorgelegt.

Außerdem sei es vielen der Täter nicht primär um Vermögensdelikte gegangen, wie von der Polizeispitze behauptet. Die meisten hätten von Anfang an sexuelle Belästigungen im Sinne gehabt - und diese auch umgesetzt.

"Manche Beamte fühlten sich schon als Täter"

Der Chef der Polizeigewerkschaft Nordrhein-Westfalens, Arnold Plickert, verteidigte in der "Welt am Sonntag" die anonymen Aussagen der Polizisten. Es stimme eben nicht, dass es in der besagten Nacht kaum Festnahmen oder Personalienfeststellungen gegeben habe. Und: "Die Kollegen wollen mit den Falschmeldungen aufräumen und sich wehren. Manche Beamte haben mir gesagt, sie fühlten sich, als seien sie die Täter." (dpa/Welt am Sonntag)

Quelle: Die Presse.com

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