Woihtog

05.12.2016 00:00

Bildquelle: toonpool.com

Gestern woar da 4. Dezember. Scho in oller Fruah hot mi mei Frau aus de Federn aussa ghaut, wei´s gmoand hot, dass des Woihlokal scho um zwölfe zua mocht. Oissa nix mit ausschloffn. Schnö meine Hoar kamplt und des Gebiss putzt und daunn san ma obi gaunga zum wöhln. Drin im Woihlokal san a poar um an Tisch umadum g´sessn. Mei Frau hot g´sogt wia mia hoaßn. „Jo host koan Ausweis mit?“ frogt daunn oana. „Wiaso an Ausweis?“ sogt se, „uns kennt do eh a jeda.“ Do hob´ns daunn a bissl umadum dischkutiert und daunn hot ana g´moant, dass mia eigentlich eh aumtsbekaunnt sand, oba des näxte Mohl soll ma an Ausweis mitbringan. Des woar unsa Nochboar. Gott sei Dounk hot er uns nu kennt. Oan jed´n vo uns hob´ns daun an Kuvert in de Haund druckt.

A bissl hobn mir woartn miassn. Daunn is mei Frau z´erst hinter den Verschlog eini, wo mir Wähler des Kreizerl mochn miassn. Bei ihr is es eh schnöll gaunga. Scho noch ana hoibn Stund woars fertig und dounn bin i ah hinter den Verschlog eini. I hob den Zettl aus dem Kuvert aussa g´numma. A bissl bled hob i daun scho g´schaut oder sog´n ma: a bissl verwirrt. I kaun oafoch den Naum net find´n den i aunkreizln wü. „Du Schatzi“, schrei i aussi zu meiner Frau,“ auf dem Zettl steht oba nix von an Trump und a net von ana Hillary!“ „Du oida Depp“, schreit´s zruck mei Frau, „diese Wohl woar jo scho vor vier Woch´n. Do bist a bissl spot draun“.

Aha, denk i mir, daun holt den Lugner. Der is jo a net unsympathisch mit seiner Mausi ahh Kathi. Oba der steht ah net auf meina Listn. „Du Schatzi“, ruaf i noch amol aussi, „da Mörtl steht ah net auf mein Zettl !“ „Den kaunnst ah vergessn“, ruafst z´ruck mei Schatzi, „der hot si von seiner Cathy scheidn lossn und ausserdem hot er jetzt mit seina Prostata z´tuan.“

I rauf mia die Hoar, jednfois de, de i noch hob. „Du Schatzi“, ruaf i noch amol aussi, scho gaunz verzweifelt, „do steht nur „da Hofer“ vom Woiferl Ambros und so an Hundenoarr, Van der Bellen.“ Jetz is oba da Chef von da Woihkommission kumman, a bissl unwirsch scho und hot gmoant, dass schon zehn vor zwölf is und nu dreihundert Graschnitzer drauss´n woartn, de a no wöhln wolln.

Oissa unter Zeitdruck hob i a Problem. So wichtige Entscheidungen kaunn ma net so im Haundumdreh´n mochn. Des muass guat überlegt werdn. Nochdem mi des Bellen vom Nochboarhund eh scho so laung stört, denk i ma, so an Hundenoarr kaunnst net wöhln. Oba den Hofa vom ZwanzgerHaus ois Bundespräsident? Des war dem Woiferl Ambros sicha a net recht g´wesn. Nur soll i den Zettl oafoch so gaunz oune Kreizerl in die Wahlurne einischmeissn? Schaut a a bissl bled aus. So hob i ois durchg´strichn und hob auffi gschiebn: SCHATZI. Des kaunn nia foisch sein. Wei an bessern Födwebl wia mei Frau gibt´s für de Österreicher sicha net.

Oa Minutn vor Zwölf bin i daunn stolz erhobenen Hauptes zur Woihurne geschritten und hob mein Woihzettl eini g´schmissn. Wia die dreihundert Graschnitzer, die draussn g´woart hobn, grantig g´schaut hobn, wüll i eich liaba net dazöhln.

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